Den Mund schliessen

Wir sollten eigentlich immer den Mund geschlossen halten, damit wir nicht unbewusst aus Versehen einfach durch ihn einatmen. Eine Einatmung durch den Mund verhindert :

  1. das Anwärmen,
  2. das Reinigen,
  3. das Anfeuchten der Atemluft,
  4. sowie die Duftwahrnehmung und
  5. Stimulation des Riechnervs, der unmittelbar das Gehirn anregt.

Ein geschlossener Mund ist auch ein Hinweis, dass die Mundmuskulatur aktiv ist. Der Mund öffnet sich lediglich, bei der Aufnahme fester und flüssiger Nahrung oder wenn durch ihn Atem nach aussen strömt, also beim

Gähnen, Sprechen, Lachen, Pfeifen, Singen,
Zählen, Tönen, Schreien, Stöhnen, und so weiter …..

Mund schliessen BuchEs gibt jedoch auch ein interessantes Selbsthilfebuch aus dem OxyAt Verlag,  für 13 Euro mit 234 Seiten zum gleichen Namen, welches die Bedeutung der Atempause spielerisch vermittelt und die Prinzipien, der Atemtechnik nach Prof. Buteyko vermittelt. Für jemanden, der Atemprobleme hat, ist die Anwendung der dort geschilderten Übungen sicher sehr hilfreich!

Atemfrequenz

Gewöhnlich machen wir uns wenig Gedanken über unsere Atemrate oder Atemfrequenz, also die Häufigkeit der Atemzüge pro Minute. Wir kontrollieren in Notsituation die Existenz von Herzschlag, Atmung und Bewusstsein und kontrollieren im Sport und in der Medizin Vitalparameter wie Puls, Blutdruck, Temperatur und Sauerstoffsättigung. Allerdings wird selten die Anzahl der Atemzüge gezählt.

Eine Übersichtsarbeit1 zeigt jedoch, dass beispielsweise die technisch attraktivere Sauerstoffsättigung weniger aussagekräftig sei. Eine hohe Atemfrequenz ist immer ein Hinweis auf Stress. Dieser kann durch körperliche Anstrengung begründet oder ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Werte über 20 Atemzüge pro Minute werden als auffällig, Werte über 27 bei stationären Patienten als Hinweis für möglichen Herzstillstand gesehen.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, welche Atemfrequenz in der Regel vorliegt. Während Internetreferenzen2 und ältere Literatur3 trainingsabhängig von 12-18 Atemzüge pro Minute beim Erwachsenen ausgehen, berichten neuere Standardwerke4 von 16-25 Atemzüge. Rudolf Steiner geht von 18 Atemzügen5 und 72 Herzschläge in der Minute aus, verweist also auf das Verhältnis von 1:4. Eine niedrigere Atemfrequenz ist genauso wie eine niedrigere Herzfrequenz ein Zeichen eines sparsameren Energieverbrauchs und körperlicher Fitness.

Mittels bewusster Atempraxis strebt der Übende die Anzahl der Atemzüge zu verringern, wobei das Atemzeitvolumen jedoch durch etwas tiefere Atemzüge ausgeglichen wird. Der unbewusst Atmende nutzt nur ca. 10% seines möglichen Atemvolumen, also gerade mal 400-500 ml je Atemzug, er muss also häufiger atmen um zu überleben. Wenn wir einfach regelmäßig unsere Lunge komplett leeren, also 100% statt 10% unseres Atemvolumens (Vitalkapazität) nutzen, so können wir die Atemfrequenz leicht senken und sind gleichzeitig weniger gestresst. Haben Sie heute schon ihre Atemfrequenz gemessen?

Quellen:

  1. Cretikos MA, Bellomo R, Hillman K, Chen J, Finfer S, Flabouris A. Respiratory rate: the neglected vital sign. Med J Aust. 2008; 188:657-9. https://www.mja.com.au/journal/2008/188/11/respiratory-rate-neglected-vital-sign
  2. http://flexikon.doccheck.com/de/Atemfrequenz
  3. Ludwig Schmitt (7. Auflage) Atemheilkunst, S. 212f.
  4. Steven McGees (3. Auflage) Evidence-based Physical Diagnosis, S. 145 f.
  5. Rudolf Steiner (GA 724) Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.