Gehirnaktivierung im Rhythmus der Nasenatmung

Am 7. Dezember 2016 veröffentlichten sieben Forscher aus Chicago im Fachblatt für Neurowissenschaften eine bahnbrechende Arbeit über den Einfluss der Einatmung auf unsere elektrische Hirnaktivität. Im Gegensatz zur Mundatmung und Ausatmung, wird bei der Einatmung durch die Nase unser Riechsystem unweigerlich stimuliert und wie jetzt bewiesen, dadurch auch innere Bereiche unseres Gehirnes.

Man wusste schon von Nagetieren, dass langsame Feldpotentiale von 2-12 Hertz bei Nagetieren deren Atmungsfrequenz folgen. Wie Christina Zelano und ihre Kollegen nun erstmals bei acht Menschen, die aufgrund ihrer Epilepsie Elektroden tief in das Gehirn eingepflanzt hatten, zeigen konnten, stimmt dies auch beim Menschen in weitergehendem Maße. Bei allen acht Patienten folgten die in der Hirnstrommessung (EEG) abgeleiteten Feldpotentiale exakt dem Atemrhythmus des Probanden in mehreren seiner Hirnbereiche (Piriformis, Amygdala, Hippocampus) des sogenannten „Limbischen System“, welches nicht nur für Emotionen, sondern auch für Antrieb und Assoziation unersetzlich ist.

So hatte ein Dreiunddreißigjähriger mit sieben bis acht Atemzüge in der Minute einen messbaren EEG-Frequenzanteil von 0,12 Hz, während die meisten Versuchsteilnehmer 22 Atemzüge nahmen und entsprechend 0,36 Hz, die synchron auch in den ringförmigen Hirnstrukturen um dem Hirnstamm (Limbische System) zu messen waren.

Die Forscher konnten ferner beweisen, dass die Bilder, die während der Einatmung präsentiert wurden, deutlich besser zu erinnern waren, als jene die während der Ausatmung wahrgenommen wurden und deutlich weniger erinnert werden konnte bei der doch so häufig vorhandenen Mundatmung. Auch die Gefühlserkennung von „Furcht“ oder „Überraschung“ war rascher.

Fazit: Beobachten Sie selbst in Ihrem Alltag, wie oft wir durch den Mund Luft holen und wie wenig wir den Duft des Daseins genießen! Üben Sie sich selbst unter Anstrengung, wie dies z.B. Sprechen oder Dauerlaufen sein kann, nicht kalte, trockene, unverwirbelte, duftlose Luft durch den Mund einzuziehen, sondern Wärme, Feuchte, Schwung und Duft durch Nasenatmung sicher zu stellen. Ihre Gesundheit, ihr Gedächtnis, ihr Geist werden es Ihnen danken!

Quelle: http://www.jneurosci.org/content/36/49/12448

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